Donnerstag, 24. August 2017

Sommerpost 2017

Lust und Frust mit Inkodye





meine Post ist längst verschickt und wohl auch bei allen Teilnehmerinnen meiner Gruppe angekommen, im Grunde könnte ich mich entspannt zurücklehnen, doch nach einem kurzen Mail-Austausch mit Kristina ließ mich das Thema Inkodye dann doch nicht los- zumal ich nun auch mal Zeit gefunden habe die Blogbeiträge der Anderen (Michaela,Blog Augengeblicktes) zu diesem Thema zu lesen. Beide berichten von eher blassen Farbergebnissen, ein Problem, was bei mir gar nicht so aufgetreten ist. Die Sonne schien wieder und ich habe noch mal alles herausgekramt und ein paar neue Versuche mit der Farbe gemacht. Aber zunächst zu den Anfängen:



Die Farbe hatte ich bei der Verlosung von Michaela gewonnen und da ich mit Sonnendruck überhaupt keine Erfahrung hatte auch gleich am Tag als sie ankam, noch abends an einem sehr heißen Tag um 17 Uhr, getestet.
Die Probestücke dieses ersten Testes sind schon nicht mehr da, denn außer das ich sehen konnte welcher Farbton in der Flasche war und die Erkenntnis, daß ich mit meinen Waschmitteln im Handwaschbecken trotz intensiven Waschens nichts ausrichten konnte und alles bis zur Unkenntlickeit nachreagierte, ist dabei nichts brauchbares herausgekommen.
Im nachhinein weiß ich das mir dabei zwei Fehler unterlaufen sind - zum einen ist die aufgetragene Farbmenge entscheidend , und das hat auch damit zu tun wie gut die Farbe vorher geschüttelt wurde - auf dem Bild rechts kann man sehen wie der gleiche Stoff mit unterschiedlichen Farbmengen und Techniken aussieht.
Zum anderen spielt die verwendete Technik eine Rolle - liegen die Motive direkt auf dem Stoff, wird eine Folie verwendet und /oder wird das Motiv noch mit einer Glasplatte abgedeckt.

Der Farbton gefiel mir sowieso nicht , ebenso hatte ich auch die Befürchtung das die Flasche nicht für die benötigten Vorversuche und Stoffe reichen könnte, außerdem fand sich in der Anleitung des Patchworkshops  zwar der Hinweis auf  Flüssigwaschmitte und das hauseigene Vorwaschmittel aber sonst keine Angabe zur Zusammensetzung des benötigten Waschmittels, so das ich mir noch ein Einsteigerset und einen neuen Blauton besorgt habe.

Das Einsteigerset von Lumi kommt mit einer kleinen Flasche Farbe ( hier angeblich rot, mehr dazu später), dem Waschmittel, einer auf die Flasche ( und auch die größere Flasche) aufschraubbare Aplikatorrolle, einer Folie zum testen sowie einer Kurzanleitung.


Mit der Originalanleitung war ich nun auch nicht viel schlauer, man beachte die unterschiedlich angegebenen Reaktionszeiten! Ich habe viel probiert und kann leider auch keine besseren Angaben machen - man muss dabei bleiben und schauen wann die Farbe beginnt zu reagieren und ganz wichtig warten bis sie überall reagiert hat!
Abhängig ist dies wiederum von der Technik- mit oder ohne Glasplatte, der Tageszeit und der Temperatur.
Dieses spielt insofern eine Rolle da die Farbe bei zu hohen Temperaturen unter der Glasplatte oder Folie kondensiert, Bereiche abdeckt und nicht
mehr ausreagiert. Wobei dieses Problem wohl

häufiger die dunklen Farben betrifft.
 Links sind bei der Entwicklung solche Kondensationsflecken (lila-braun) entstanden, die leider auch nicht mehr nachreagieren.
Rechts ein Beispiel für ein nicht ausreagiertes Stück (lila). Der Rand ohne Folie war bereits fertig, für die Belichtung unter der
Folie hat die Zeit offensichtlich nicht gereicht.



Der obere Versuch ist der gleiche wie im Waschbecken zu sehende mit einem Lilastich, beim unteren habe ich (abgesehen davon, das die Folie verrutscht ist es und es eine Doppelbelichtung gegeben hat) den Stoff im Waschbecken mit dem Originalwaschmittel ausgewaschen und dann nachreagieren lassen, was natürlich auch die Stellen betrifft , die eigentlich weiß bleiben sollten.
Wenn es um Kondensationsflecken geht spielt natürlich neben der Außentemperatur auch die Farbmenge, also die Menge an Feuchtigkeit unter dem Glas oder der Folie eine Rolle.
In der Originalanleitung von lumi wird empfohlen nach dem Auftragen der Farbe den Stoff abzureiben um überschüssige Feuchtigkeit aufzusaugen, was das Problem nur bedingt löst. Auch habe ich versucht die Glasplatte durch unterlegen von Tempos zu hinterlüften aber spätestens bei der Folie wird es schwierig.



Die benötigte  Farbmenge ist sowieso schwer zu bestimmen, selbst wenn der Stoff völlig durchtränkt aussieht,kann es sein das nach der Reaktion weißliche Stellen vorhanden sind, wo offensichtlich nicht genug Farbe war.

 Außerdem sollte man unbedingt wissen welche Seite beschichtet wurde, eine Verwechslung führt ebenfalls zu einem schlechten Farbergebnis.
Um die Farbreaktion zuverlässig zu stoppen müssen die Stoffe in der Waschmaschine gewaschen werden - dabei kommt es nicht auf das Waschmittel an sondern auf die Dauer und Temperatur an.
Ich habe wirklich alles probiert ( leider auch zum Teil erst nachdem ich schon meine Post verschickt hatte) - das beste Ergebnis habe ich mit einem 60 Grad Waschgang und normalem Vollwaschmittel erzielt.
Um  nicht jeden noch so kleinen Testfetzen einzeln in der Waschmaschine waschen zu müssen habe ich mir immer eine kleine Wanne mit lauwarmem Wasser und Waschmittel darin bereit gestellt und die Teile darin gesammelt. Die Wanne sollte trotzdem eher dunkel stehen und die Teile darin ab und zu ein wenig bewegt werden, damit das Waschmittel schon ein wenig Farbe anlöst; andernfalls kommt es auch im Wasser noch zu Nachreaktionen.
Hier die drei Farben auf unterschiedlichen Materialien und mit dem Roller aufgetragen :

Navy auf Leinen und Baumwolle












 Rot ( eher Pink) auf Frottee, hellblauem Strick und Nessel
Blau auf Leinen und Baumwolle
Inkodye-Farben gelten als untereinander mischbar, was ich natürlich auch ausprobiert habe.

Was nicht ganz einfach ist, da man weder den Durchmischungsgrad erkennen kann noch eine Vorstellung davon hat in welcher Nuance  der Farbton am Ende herauskommen könnte, und sicher noch weiterer Testreihen bedarf.
Es entstehen auch schöne Effekte wenn man die Farben übereinander legt oder gemusterte Stoffe färbt.

Mein Fazit und mein Merkzettel für den Farbrest:

Inkodye wäre für mich eher eine Technik für einen windstillen nicht so heißen Tag mit intensiver Sonneneinstrahlung ( Kondesationproblematik), man sollte sich ein eher kleines Projekt vornehmen und dabei bleiben um die Reaktion genau zu beobachten, das Objekt sofort in der Waschmaschine heiß waschen. Auf die Flasche mache ich mir noch einen Aufkleber mit "Gut schütteln"!

Eindeutiger Vorteil dieser Methode des Sonendrucks ist die uneingeschränkte Waschbarkeit und die Tatsache, dass der Stoff sich durch die Färbung in seiner Haptik nicht verändert.


Für Papier scheint die Farbe eher ungeeignet, da sich die Reaktion so schlecht stoppen läßt.

Soweit erst einmal mein Erfahrungen mit Inkodye einen Post mit der Entstehung meiner Sommerpost -Schneckenpost wird es in den nächsten Tagen noch geben. Weitere Erfahrungsberichte und wunderbare Sommerpost gibt es bei der Post-Kunst-Sommerpost


Herzlichst



Karen



Dienstag, 22. August 2017

Kleine Blogwiederbelebung

zum Creadienstag





Schon länger vermisse ich ein gut sitzendes Nadelkissen für das Handgelenk, bzw. eher den Unterarm und da ich an der Schneiderbüste auch immer häufiger gerne die Klammern verwende um mal vor dem Bügeln eine Kante sauber zu fixieren-sollte es auch eine Möglichkeit zur Unterbringung der Klammern haben.








Also ein Seerosennadelkissen-eigentlich ein bisschen zu verspielt für meinen Geschmack, aber es erfüllt seinen Zweck


Ursprünglich waren 7 grüne Hüllblätter und 8 Blütenblätter geplant, was letztendlich viel zu viel war. Mit jeweils 5 ist das Kissen gut bestückt und man läuft auch nicht Gefahr sich in den Arm zu stechen.


Das Seerosenblatt ist mit Style-vil gefüllt, ohne Nahtzugabe zugeschnitten und von rechts abgesteppt - in Form der Blattadern. Danach habe ich beide Blattteile rechts auf rechts auf den Nahtzugaben zusammengenäht ohne das Style-vil mitzufassen, dann wenden und man hat ein formstabiles Blatt. Die Blütenblätter sind fest mit Füllwatte ausgestopft, um diese dann gut am Unterbau befestigen zu können empfiehlt es sich eine möglichst lange Nadel zu verwenden, damit man gut durch alle lagen hindurch kommt. 
 Schon vor einiger Zeit genäht hat es sich inzwischen bewährt und darf heute zum creadienstag-
wer Lust hat darf es gerne nachmachen- auch über Verbesserungsvorschläge oder Anregungen würde ich mich freuen


herzlichst

Karen


Sonntag, 29. Januar 2017

Stoffspielerei im Januar




Ecken und Kanten, so lautet das Motto der Stoffspielerei im Januar, diesen Sonntag bei Ines von Nähzimmerplaudereien, die mit einem farbenfrohen und vieleckigen Beitrag dem Thema alle Ehre macht.

Bei mir steht das Thema eher unter dem Motto Frustbewältigung bzw Problemlösung.

Seit Wochen hängt auf meiner Schneiderbüste eine Jacke für meine Mutter. Schnitt und Stoff hatte sie sich bei einem gemeinsamen Besuch auf dem Stoffmarkt in Münster, bereits im Herbst letzten Jahres,
ausgesucht.



Ein schöner Wollstrickstoff mit einer Seite in Maschenoptik und der anderen in Walkoptik. Ein recht dickes Material, weshalb die Schneiderin wohl auch zu der Lösung mit den halben Belegen gekommen war. Wie unschön diese aussehen fiel mir in dem Moment als ich die Fotos gemacht habe gar nicht auf, erst im nachhinein seit die Jacke bei mir auf der Büste hängt empfand ich dieses als eine eher zu verwerfende Lösung. 
Zumal meine Mutter für sich lieber die Walkseite als recht Stoffseite verwendet haben wollte.




Um Weihnachten herum hätte ich die Kanten noch mit einer Wolltresse eingefasst, hier fand sich aber
nichts was farblich passte, außerdem wäre die eher sportliche Jacke damit zu altbacken geworden.
Die ins Auge gefasste Tresse in Köperbindung, war zwar schmaler und wirkte etwas sportlicher
passte farblich aber ebenso wenig - so entwickelte sich das gute Stück zur Dauerbelegung meiner Schneiderbüste und zum Frustobjekt im Nähzimmer.


Eher zufällig bin ich dann über eine Lösung in einem meiner Bücher gestolpert - die Kanten mit Wollgarn mittels der Overlock einzufassen.



Das Wollgarn, hier "Lana Nr 12" von Madeira wird in die Greifer eingefädelt, für die Nadeln verwendet man normales Overlockgarn, die Fadenspannung muß dann insgesammt reduziert werden. Die Stichlänge habe ich auf 2 reduziert und den Differentialtransport auf "Raffen" gestellt um das Material nicht zu dehnen .



Dank dieser Lösung, die mir nun durchaus zusagt,  steht das gute Stück nun endlich kurz vor der Fertigstellung !!!

- weniger eine Stoffspielerei eher ein praktischer Tipp rund um Ecken und Kanten
für Interessierte gibt es hier bei Ines weitere Damen, die sich mit dem heutigen Thema kreativ auseinandergesetzt haben.

herzlichst


Karen


Hier noch eine kleine Erklärung zu dem Wollgarn, dabei handelt es sich um ein Maschinenstickgarn aus 50% Wolle und 50% Acryl, Stickversuche habe ich allerdings noch nicht damit gemacht.

Vielleicht bietet sich da ja etwas für die nächste Stoffspielerei am 26.Februar bei Gabi unter dem Motto "Kopfputz" an.

Die monatliche Stoffspielerei ist eine Aktion für textile Experimente. Sie ist offen für alle, die mit Stoff und Fäden etwas Neues ausprobieren möchten. Der monatliche Termin soll Ansporn sein, das vorgegebene Thema soll inspirieren. Jeden letzten Sonntag im Monat sammeln wir die Links mit neuen Werken - auch misslungene Versuche sind gern gesehen- zwecks Erfahrungsaustausch.